Beruflich komme ich den Genuss des Microsoft Office SharePoint Servers.
Das Wort “Genuss” klingt ein wenig ironisch ist aber in gewisser weise ernst gemeint.
Kurz & gut: Das Konzept ist super & deswegen möchte ich es mal kurz vorstellen.
Der folgende Text bezieht sich voll und ganz auf die derzeit aktuelle Microsoft Office SharePoint Server Version 2007, der mit MOSS abgekürzt wird.
Grundlegendes Konzept
Auf den Punkt gebracht: Der MOSS verwaltet Listen.
Das bedeutet, dass alles in Listen gespeichert wird und darauf verschiedene Ansichten darauf existieren.
Listen sind - auf einer rein technischen Ebene betrachtet - einfache Tabellen.
Nur ist so eine Liste zu erstellen und deren Spalten anzupassen ziemlich einfach.
Die Eingabe ergibt sich automatisch aus den Spalten.
Listen haben gewissen Standardfunktionen wie “als Excel exportieren”, “Spalten zu filtern”, “nach Spalten zu sortieren” usw.
Klingt an sich nicht aufregend?
Und genau das ist es, nicht aufregend, eigentlich ist alles eine Liste (z.B. auch die Navigation).
Wenn alles in Listen verwaltet wird (DB intern alles Tabellen) aber diese so standardisiert,
dass man gewisse Grundfunktionen wie Eingabe (hinzufügen), Bearbeiten (ändern/löschen), Ansichten (lesen) immer wieder verwenden kann,
dann braucht man diese nicht zu entwickeln und sie funktionieren auf Anhieb.
Packt man jetzt noch teilweise spezielle oder “intelligentere” Ansichten darauf oder
eine etwas spezielle / “intelligentere” Eingabe, dann - schwups - hätte man eine Anwendung sehr schnell realisiert.
Nicht unbedingt immer voll im Detail auf die Bedürfnisse abgestimmt (”ich hätte die Schaltfläche an dieser Position…”) aber eine funktionierende Anwendung.
Das das Konzept funktioniert habe ich bereits am eigenen Leib gemerkt, deshalb dieser Artikel.
Die Komponenten
Es gibt drei große grundsätzliche Mitspieler, die mit diversen Einstellungen entsprechend Konfiguriert werden können.
Konfiguration heißt in dem Fall nicht: Config-Dateien anpassen oder so.
Sondern recht schnell das Ergebnis “zusammen zu klicken”.
Auch wenn das nicht jedem sein Geschmack ist,
im MOSS geht es schnell vonstatten und das Ergebnis funktioniert.
Liste
Die Liste ist das Herzstück in dem die Daten verwaltet werden.
Listen bieten:
- API für den Zugriff von außen
- Spalten-Sortierung
- Filter-Funktion
- Export in eine Excel-Datei
- Berechtigungsverwaltung (auf Ebene des Inhalte / Items- des Datensatzes)
- Man kann neue Inhalte / Items erstellen
- Erstellt die Eingabemaske für den Inhalt / ein Item
- Massenpflege durch Excel-artige Bearbeitung
- Listen können mit anderen Listen interagieren (wenn das geklickt wurde, nehme das als Filter für Feld XY…)
- …
Spalten
Die Spalten können in einer Liste beliebig viel angelegt werden.
Spalten definieren:
- Datentyp
- Eingabeprüfung
- Hilfetext für die Eingabe
- Vorschlagswert
- Muss-Feld
- je nach Datentyp, diverse Zusätze wie “Welche Daten im Auswahlfeld” oder “Selektiere mir aus der Liste, die Spalte XY”, …
Ansicht
In der Liste können verschiedene Ansichten definiert werden,
die die Inhalte der Liste komplett anders wiedergeben.
Ansichten können:
- Von vornherein schon nach Daten filtern
- Daten im vornherein sortieren
- Spalten gruppieren (2stufig)
- Definieren welche Spalten in der Liste in welcher Reihenfolge angezeigt werden sollen
- Aggregation von Summen / Anzahl d. Inhalte
- Es gibt verschiedene Typen von Ansichten (welche die nur eine Liste anzeigen, welche die ein Gantt-Diagram anzeigen, etc…)
- …
Gibt es bereits ein ähnlichen Ansatz?
Ich bin recht begeistert von der simplen und doch einfachen Idee so Inhalte darzustellen bzw. eingeben zu lassen.
Der MOSS verwendet dieses Prinzip für die Verwaltung von Dateien,
für Foren, Aufgaben, Kalender und und und.
Gibt es eine vergleichbare Software? Vielleicht sogar Open Source?
Und wäre das nicht Ideal für die Erstellung von Prototypen,
wenn nicht sogar für die Erstellung von kleinen oder Applikationen die mal schnell entwickelt werden sollen?
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