Gibt es eine Alternative zum Auto?
Brauche ich wirklich ein Auto?
Gedanken die ich mich langsam bei jeder (Benzin-, Steuer-, Versicherungs-)Preiserhöhung frage.


Meißt enden diese Gedanken damit, dass ich im Internet nach einem konstengünstigeren,
umweltfreundlicheren und bequemeren Auto suche als ich es jetzt besitze.
Mit dem Ergebnis, dass ich kein Geld für ein neues Auto aufbringen möchte.Auf eine andere radikalere Idee hat mich ein Freund gebracht,
der sein Auto komplett abschaffen möchte.
Eine einfache Idee, die naheliegend ist aber nie wirklich von mir durchdacht wurde.

Meine Motivation

Oder: Warum denke ich darüber nach?

Der Anstoß war meine Haushaltsbuchführung (WISO Mein Geld),
die anzeigt das ich mehr Geld für Benzin im Jahr ausgebe als für Nahrung (inkl. Essen gehen).

Dabei fahre ich nur ca. 11.000 km im Jahr.
In München herrscht eine gute öffentliche Anbindung und
dem alltäglichen Guten-Morgen-Stau sei dank, fahre ich meist mit dem Bus zur Arbeit.

Ist-Aufnahme

Oder: Wofür brauche ich ein Auto und warum nutze ich dafür ein Auto?

Ich benutze es derzeit für:

  • Fahrt zur Arbeit
    wenn ich spät dran bin; erspare mir oft druch Schleichwege ca. 5 bis 10 Minuten
  • Fahrt zum Fitnesstudio
    nicht weit weg aber öffentlich nicht gut von der Arbeit erreichbar
  • Aldi & Lidl
    sind ein paar km entfernt; keine Lust groß was rum zu tragen; außerdem verkehrsstarke Straßen
  • Fahrt zu meiner Freundin
    ca. 25 km entfernt; mit S-Bahn Anschluss; Fußweg ingesamt ca. 25 Min.
  • Fahrt zu Freunden
    aus Gewohnheitsgründen
  • Einkaufszentren, Events (Therme, Hütte, etc.)
    da meißt außerhalb von München; Umgehung des Umstands groß umzusteigen; Gewohnheit
  • in die Heimat (Berlin)
    kann faßt frei entscheiden wann ich fahre; nehme meist Mitfahrer mit; brauche das Auto in Berlin nicht;

München ist eigentlich ideal um viel mit dem Fahrrad zu fahren,
was auch viele Münchener machen.
Derzeit fahre ich selten Fahrrad, sei es wegen dem alten klapprigen Fahrrad,
was mir auch mittlerweile zu klein ist, sei es das ich zur Arbeit nicht direkt am Ring fahren möchte (2×2 spurige Fahrbahn) oder
das Auto doch einfach bequmer ist…

Kurze Vorgeschichte:

Ich habe meinen Führerschein vor ca. 4 Jahren absolviert.
Da meine Eltern beide keinen Führerschein besitzen und damit auch kein Auto haben,
war ich eigentlich nie das Auto gewohnt.
Damals bin ich auch überall hinbekommen und auch viel Fahrrad gefahen,
also weiß ich das ein Leben ohne ein Auto sehr gut möglich ist.

Und trotzdem: Es ist einfach irgendwie praktisch und
bequem sich einfach rein zu setzten und los zu fahren.

Wie alles, seine zwei Seiten,
deswegen versuche ich mal alle meine Aspekte zusammen zu tragen.

Auto - Vor- & Nachteile

Vorteile des Autofahrens:

  • (Meist) Schnelle und direkte Verfügbarkeit
  • Ein warmes Auto im Winter
  • Ein kühles Auto im Sommer
  • Gewisse Dinge hat man immer dabei, ohne diese tragen zu müssen
  • Schwere, große oder viele Dinge können einfach transportiert werden
  • Meine Musik genießen ohne Ohrstöpsel und extra Player
  • ein Stückchen Ungestörtheit (zum Umziehen, für ein kleines Nickerchen)
  • kann / könnte - wenn man Platz hat - direkt “vor die Tür” fahren
  • Autofahren an sich (mir macht es Spaß)

Nachtreile des Autofahrens:

  • hohe Kosten, Fix & Variabel (Benzin, KFZ-Steuer, Versicherung, Parkplatzgebühren, Wartungen, Reperaturen, hoher Anschaffungspreis, Wertverlust)
  • immer massiv weiter steigende Kosten (da an viele vorhandene Stellschrauben)
  • Parkplatzsuche
  • Zeit und Energie für Wartungen, Reperaturen, Versicherungsvergleiche aufbringen
  • nicht umweltbewust
  • Erlebung gewisser Stresssituationen (Stau, Unvorsichtige-, Rücksichtslose Autofahrer)
  • Risikoreicher (höhere Unfallgefahr als die öffentlichen Verkehrsmittel)
  • Im Winter: Eisabkratzen, erhöhte Unfallgefahr, anfängliche Kälte im Auto, etc.
  • Im Sommer: anfängliche Hitze im Auto

Öffentliche Verkehrsmittel - Vor- & Nachteile

Vorteile der Öffentlichen:

  • Fahrzeit kann genutzt werden (ich lese sehr gerne und hauptsächlich in den Öffentlichen)
  • fast nur fixe Kosten (durch Jahres / Monatsmarkte)
  • günstiger als das Auto
  • Umweltschonender
  • Im Sommer: Oft ist die Klimaanlage bereits an, damit angenehme Kühles
  • Im Winter: Oft ist die Heizung an, damit Wärme
  • Entspannter bei Stau
  • Gesünder, da man auch mehr zu Fuß gehen muss

Nachteile:

  • keinen Einfluss auf die Fahrzeiten
  • ab & an Verspätungen (+/- oft kann man die Zeit zum Lesen etc. nutzen)
  • mehr Planungsaufwand (wie und wann fährt was?)
  • im Winter: Oft zu warm, da man Wintersachen an hat
  • im Sommer: Ab & zu zieht es bei offenen Fenstern
  • manchmal: Überladung (- keine Möglichkeit zu lesen, - gewisser Stressfaktor)
  • höhere Ansteckungsgefahr bei Krankheiten (typisch der Schnupfen im Winter)
  • meißt keine Verbindung “von Tür zu Tür”, also zu Fuß gehen
  • oft höherer Zeitbedarf (Wartezeit, Umsteigezeit, kein direkter)
  • Mitnahme von großen, schweren oder vielen Dingen
  • Dinge die man mitnehmen will müssen getragen werden

Zwischenbewertung

Auto: 0 Punkte
Öffentliche: -3 Punkte

Das ganze ohne eine Gewichtung.
Diese sitzt bei mir hauptsächlich bei Zeit und Kosten.
Wobei mir persönlich Zeit wichtiger ist,
da diese nicht kaufbar ist.

Dadurch wiegen die zwei faßt gleich auf,
da ich die Zeit in den Öffentlicher besser nutzen kann,
jedoch auch ein bischen mehr Zeit brauche.
Kompfort ist für mich zweitrangig.

Sieger für mich in der Zwischenbewertung: das Auto
Dicht gefolgt von den Öffentlichen.

Anmerkung: Taxi kommt für mich generell nur als temporäre Notlösung in Frage.

Carsharing - Alternative zu einem eigenen Auto?

Ich weiß ich benötige ab und an ein Auto, beispielsweise für einen Großeinkauf,
denn nur zu Fuß oder per Fahrrad ist mir zu mühselig.

Dank meiner Schwiegermutter in Spe und meiner Mitbewohnerin bin ich auf Carsharing gekommen.
In München gibt es drei Anbieter, wobei mir Stattauto nach Preis & Leistung am geeignetsten erscheint und
ich den Anbieter über meine Mitbewohnerin schon kennen gelernt habe.

Carshering (Wikipdia) ist nichts weiter als Autoteilung und
das - wen wunders - hat wieder Vor- & Nachteile.

Carsharing - Vor- & Nachteile

Vorteile des Carshareings:

  • geringe Fixkosten (Stattauto: 7 € im Monat)
  • keine Autos älter als 5 Jahre
  • sonstige Kosten fallen nur an, wenn ich das Auto benutze (Zeit- & Kilometerverrechnung)

Nachteile des Carshareings:

  • Auto muss erst reserviert werden
  • Reservierung am Wochenende schwierig, da viele reservieren
  • Abgabe des Autos nur an der Empfangsstation
  • Zeiteinschätzung wie lange man das Auto benötigt
  • Rechnet sich nur bei Wenigfahrer
    (lt. Studie Bundesverkersministeriums von 1995 liegt die Grenze bei 6.830 km)
    Denke aber das diese Grenze mittlerweile höher liegt und zuzurechnen ist, dass man das Auto auch weniger benötigt, wenn man sich schon so umstellt.

Sind meine Fahrziele auch ohne Auto zu erreichen?

  • Fahre in die Arbeit
    Zukünftig fahre ich nur noch mit dem Bus oder
    im Sommer mit dem Fahrrad (mit einem neuen Fahrrad…).
    Alternativ habe ich auch die Möglichkeit mit der U-Bahn zu fahren, dauert aber länger.
  • Fahrt zum Fitnesstudio
    Das Studio hat noch 8 andere Standorte in München.
    Davon gibt es in der Näche zu meiner Wohnung einen Standort,
    den Erreiche ich entweder per Tram und Bus oder per Bus und zu Fuß oder per Fahrrad.
  • Aldi & Lidl
    Hier richte ich mir einen Einkaufstag unter der Woche ein,
    sodass ich mir das Auto zwei Stunden dafür reserviere.
    Geeignet ist dafür der Dienstag, da das gezwungener maßen mein Waschtag ist.
    Alles andere kann ich im Rewe um die Ecke einkaufen.
  • Fahrt zu meiner Freundin
    Mit der S-Bahn und dem Fahrrad oder sie holt mich mit dem Auto ab (von zu Haus oder von der S-Bahn) oder ich laufe von der S-Bahn die 15 Minuten.
  • Fahrt zu Freunden
    Mit den Öffentlichen oder dem Fahrrad.
  • Einkaufszentren, Events (Therme, Hütte, etc.)
    Größere Events sind ja oft schon ein bischen bekannt,
    dafür kann ich ein Auto “sharen” oder fahre bei jemanden mit
    (so wie ich sonst auch Leute mit nehme).
  • in die Heimat (Berlin)
    Fahre ich wie vor meiner Auto-Zeit mit der Mitfahrzentrale oder fliege, wenns günstig ist.
    Zug ist leider meißt teurer als fliegen und fällt damit raus.

Ergebnis

In meinem Fall wüde das Leben ohne Auto ganz gut funkionieren.
Ich müßte mich umstellen, würde Bequemlichkeit verlieren und
in mancher Augen auch ein Staussymbol.
Wäre dafür öfter draußen, mehr Geld in der Tasche,
müßte mich nicht so stark um Preiserhöhungen ärgern und hätte mehr Zeit zum Lesen.

Mit dem übrigen Geld könnte ich in ein / zwei Urlaube investieren oder
ansparen und mir dann ein kostengünstigeres und umweltfreundlichers Auto kaufen… ;)

Damit gewinnen für mich die Öffentlichen in Punkten aber
so schnell mal das Auto verkaufen?
Ich werde noch einige Zeit darüber schlafen mich mit anderen unterhalten und
nach gefallener Entscheidung, das entsprechend berichten.

Links zum Artikel:


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